Mittelerde in Serie?

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Maglor
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Mo 20. Nov 2017, 20:15 - Beitrag #1

Mittelerde in Serie?

Nach Star Trek und Star Wars ist jetzt auch eine Neuauflage von Mittelerde im Gespräch - und zwar als TV-Serie.

Der Inhalt der Serie ist noch unbekannt.
Da für das Silmarillion keine Filmrechte von der Tolkienerbengemeinschaft keine Filmrechte verkauft wurden, bleibt nur die Handlung von Hobbit, Herr der Ringe und Anhängen.
Mit einem frei interpretiertem Prequel ist jedenfalls zu rechnen. Die Hobbit-Film-Triologie hat bereits gezeigt wie wenig Mittelerde in bewegten Bildern mit den Bücher gemein haben muss. :|

Ipsissimus
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Di 21. Nov 2017, 09:59 - Beitrag #2

ist nur die Frage, ob die Tolkinsche Welt nicht markenrechtlich geschützt ist, dann wäre es rechtlich nicht so einfach, sie ohne Zustimmung der Erben als Welthintergrund für neue Figuren und Geschichten zu verwenden.

Maglor
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Mi 22. Nov 2017, 21:54 - Beitrag #3

Die Filmrechte sind bereits verkauft und enthalten über den Umweg der Anhänge zahlreichende Vorgeschichten, die bereits sehr stark in der Hobbit-Verfilmung eingeflossen.

Der uralte Christopher Tolkien, hauptverantwortlich für alle posthumen Veröffentlichungen von J.R.R. Tolkien, hat sich aus der Verwaltung der Erbengemeinschaft zurückgezogen. Bis zuletzt trat Christopher Tolkien als Kritiker der Verfilmungen auf.

Demnächst könnte sich also alles ändern. Vielleicht käme dann auch eine Verfilmung des Silmarillion infrage, wenn der Stoff mit seinem trostlosen Fatalismus nicht völlig untauglich für seichte Unterhaltung wäre.
Das wird dann wahrscheinlich so viel mit Tolkiens Werk zu tun haben, wie der Film "Troja" mit Homer.

Traitor
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Mo 27. Nov 2017, 20:42 - Beitrag #4

Die Pressemitteilungen, die ich zum Thema gelesen habe, klangen so, als sei diesmal tatsächlich das Gesamtwerk inklusive Silmarillion im Rechtepaket mit drin, eben durch Christophers Rückzug.

Das wäre dann zumindest deutlich spannender als nur eine High-Budget-Version von "The Hunt for Gollum" und einer Game-of-Thrones-artigen Ausbreitung der Familienfehden im Auenland. (Wie war das nochmal mit dem Silberbesteck...?)

An sich denke ich mir auch schon seit langem (länger als "Serien sind das neue Hollywood", dass eine Silmarillion-Serie faszinierend wäre. Aber ansatzweise Werk- oder auch nur Ideen-und-Stil-Treue ist halt leider nicht zu erwarten, und somit dürfte ein größerer Rahmen eher ein größeres Debakelrisiko bedeuten.

Ipsissimus
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Di 28. Nov 2017, 15:34 - Beitrag #5

Das Silmarillion ist m.E. für eine Verfilmung untauglich^^ Die Anstrengungen, die notwendig wären, um das Ganze in eine einigermaßen nachvollziehbare stringende Handlung einzubetten, könnten eigentlich besser in ein neues, völlig freies Drehbuch gesteckt werden^^

Maglor
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Di 28. Nov 2017, 17:42 - Beitrag #6

Im Laufe meines Nerd-Lebens habe ich mir natprlich schon Gedanken gemacht, wie das Silmarillion zu verfilmen wäre. :D
Es würde sich meiner Meinung nach anbieten eine Rahmenhandlung mit Erzähler zu konstruieren. Vorstellbar wäre etwa eine Rahmenhandlung in Bruchtal, Hobbingen oder auch in dergeheimnisvollen Hütte des vergessenen Spiels. Dort wird das Silmarollion als epische Erzählung vorgetragen. In den Folgen oder Staffel würden jeweils einzelne Heldengeschichten erzählt, die erst im Lauf der Serie kontextualisiert werden.
Eine erzählerische Rahmenhandlung ist durchaus zeitgemäß und sogar in der Sitcom "How I met your mother" möglich.

Komplexere Handlungen sind meines Erachtens in Serien eher möglich, als im Kino. Bekannte Beispiele sind z.B. aus dem phantastischen Bereich sind Battlestar Galactica und Babylon 5.
Gerade die Serie Babylon 5 hat doch eigentlich schon das Silmarillion verfilmt. :P
Auch scheint es mir so, dass in TV-Serien ein tragischer Verlauf der Handlung eher akzeptiert wird, als im Pop-Corn-Kino.

Traitor
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Sa 2. Dez 2017, 13:49 - Beitrag #7

@Ipsissimus: Eine stringente Handlung wäre der falsche Ansatz, einzelne Legendariums-Episoden könnten aber funktionieren, etwa mit Maglors schön altmodischer Rahmenhandlungsidee oder einfach nur mit einem einordnenden Geographie- und Zeitlinien-Vorspann.

@Maglor: Es muss ja nicht jedes Kino Popcorn sein. Eine interessante Variante wäre auch eine Silmarillion-Serie mit 2 Kino-Auskopplungen für Turin und B&L.

Ipsissimus
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So 3. Dez 2017, 10:58 - Beitrag #8

das Problem mit Episoden besteht darin, dass damit auf innere Bezüge weitgehend verzichtet wird

Traitor
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Mi 6. Dez 2017, 20:53 - Beitrag #9

Nicht notwendigerweise, theoretisch kann einfach die maglorsche Rahmenhandlung die herstellen (was aber sehr geschickt gemacht werden muss, um nicht furchtbar platt und künstlich zu wirken), oder die Figuren in den Episoden übernehmen das selbst - was ja nicht gerade tolkienfremd wäre - und/oder man arbeitet geschickt mit impliziten Handlungs-, Charakter- und optischen Bezügen.

Maglor
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Do 7. Dez 2017, 16:05 - Beitrag #10

Zitat von Traitor:Eine stringente Handlung wäre der falsche Ansatz

Unabhängig davon, was richtig oder falsch ist, kann festgestellt werden, dass bei den bisherigen Realverfilmungen von "Herr der Ringe" und "Hobbit" gerade dieser Ansatz genutzt. Der
"Hobbit" als Buch unterscheidet sich in vielen Punken vom "Herrn der Ringe". Die märchenhafteren Elemente wurden jedoch bei Peter Jackson weitgehend ausgelassen und ersetzt. So wurde die märchenhafte Erzählung zum Kriegsfilm gemacht.
Ein ähnliches Problem findet sich auch in den Rückblenden aus das 2. Zeitalter. Es ist aus einem Guss. Das Heer Gil-Galads sieht genauso aus wie die versprengten Heiducken aus Lorien, die auf plötzlich in Helms Klamm auftauchen.
Mein Eindruck ist auch, dass der vorhandende Geist des Silmarillions in den Verfilmungen durch Peter Jackson regelrecht ausgehöhlt wurde, indem er versuchte Charaktere zu menschlichen Akteuren im Kriegsdrama zu machen, die in der märchenhaften Erzählung doch nur Typen waren.
Patriotisches Kriegsgeschrei oder oberflächliche Sozialkritik sind jedenfalls in den Erzählungen kaum verankert, nahmen aber in den Filmen erheblichen Raum ein.

Zitat von Ipsissimus:das Problem mit Episoden besteht darin, dass damit auf innere Bezüge weitgehend verzichtet wird

Die inneren Bezüge liegen meiner Ansicht nach nicht in der Handlung zu sondern in ihrem allegorischen Verhältnis zueinander. Immer wieder tauchen in Mittelerde die gleichen Tropen, Typen und Analogien auf.
Frodo Beutlin ist unzweifelhaft der neue Bilbo, aber auch ein neuer Earendil. Earendil ist der neue Beren. Aragorn ist der neue Earendil und gleichzeitig der neue Beren. Je tiefer man ins die Gedankenwelt der Silmarillions eindringt, um so stärker werden die Bezüge. Beren ist der junge Tolkien. Der junge Aragorn ist ein Stück weit auch Turin.

Zitat von Traitor:die maglorsche Rahmenhandlung

Denkbar und naheliegend ist natürlich, dass Maglor die große Erzählerfigur einer solchen Serie bietet.

Traitor
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So 10. Dez 2017, 11:33 - Beitrag #11

Zitat von Maglor:Patriotisches Kriegsgeschrei oder oberflächliche Sozialkritik sind jedenfalls in den Erzählungen kaum verankert, nahmen aber in den Filmen erheblichen Raum ein.
Ist dir "Schwerttag! Bluttag!" nicht patriotisch und geschrien genug? ;) Ansonsten aber ja.

Zitat von Maglor:Der junge Aragorn ist ein Stück weit auch Turin.
Den jungen Aragorn kennen wir doch kaum.

Zitat von Maglor:Denkbar und naheliegend ist natürlich, dass Maglor die große Erzählerfigur einer solchen Serie bietet.

Das wäre einerseits großartig. Andererseits wäre die Versuchung groß, ihn zur Einschaltquotensteigerung mit einem Popsänger zu besetzen.


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