Farbige Eltern bekommen ebenfalls monochromatisches Kind

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Mi 21. Jul 2010, 23:51 - Beitrag #1

Farbige Eltern bekommen ebenfalls monochromatisches Kind

Hier wird über farbige Eltern mit einem hellhäutigen Kind berichtet.

Jemand noch andere. gern auch seriösere Quellen?

Ist die Geschichte wirklich so, und wenn ja, warum? Oder wird sich noch zeigen, dass der Vater doch nicht der Vater ist?

Erstaunlich ist es wohl auf jeden Fall.

Lykurg
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Do 22. Jul 2010, 00:25 - Beitrag #2

Sehr eigenartig in der Tat. Aber auch bei einem weißen Vater würde das Kind ja nie und nimmer so aussehen. Insofern wäre ich eigentlich davon ausgegangen, daß es sich um künstliche Befruchtung und eine Verwechslung handeln muß. Ob die Sun die Aussagen des Krankenhauses, die dem zu widersprechen scheinen, einfach gefälscht hat?
Wunder als Erklärung finde ich eher überflüssig; Genetik erklärt das aber auch nicht zufriedenstellend. Also am ehesten doch irgendwas äußerliches. - Das Kind dürfte ein eigenartiges Leben vor sich haben. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken.

Ipsissimus
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Do 22. Jul 2010, 10:15 - Beitrag #3

Zumindest die Mutter ist ja klar, und wenn ein Weißer der Vater wäre - egal ob "direkt" oder per künstlicher Befruchtung - wäre das Baby eine Mulattin. Wenn die Möglichkeit Albino tatsächlich ausgeschlossen werden kann, läuft es entweder auf eine echte Mutation hinaus, oder die Würfel haben eine extrem unwahrscheinliche, aber nicht prinzipiell unmögliche Kombination von Allele ergeben. Man müsste natürlich noch wissen, wie die Umstände nach der Geburt waren, um Verwechslung sicher auszuschließen, aber wenn der Vater bei der Geburt dabei war, wird er wohl gesehen haben, was da aus dem Schoß seiner Frau kam^^

Lykurg
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Do 22. Jul 2010, 10:38 - Beitrag #4

Achso, nein, ich hatte sogar an In-Vitro-Fertilisation gedacht, bei der der Frau dann versehentlich fremde Eizellen eingepflanzt worden wären. Aber das müßte die Klinik dann vermutlich zeitnah bemerkt haben (und solange keine anderen Medien das Thema aufgreifen, halte ich das auch für die wahrscheinlichste Erklärung). Bild
Das Baby sieht mir auch viel zu hell für ein Mulattenkind aus - also ein Fehler oder ein sehr komplexer biologischer Sonderfall. Bild

Ipsissimus
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Do 22. Jul 2010, 14:24 - Beitrag #5

das wäre dann natürlich richtig übel gelaufen^^ wobei es nicht bedeutet, dass die drei nicht miteinander glücklich werden können^^

Lykurg
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Do 22. Jul 2010, 15:06 - Beitrag #6

Sicher, wobei hier rein optisch gewisse Schwierigkeiten naheliegend sind. Unter den bekanntgewordenen Fällen ist es nicht gerade ideal gelaufen, aber logischerweise bekommt man, wenn es wirklich gutgeht, nichts davon mit. Das Verhalten der Ärzte hier könnte auch erklären, warum in diesem Fall hier das Krankenhaus wenig dazu sagt. Bild

Grundsätzlich spannend ist dieses Spiegel-Interview dazu, auch mit weiteren Fällen.

Maglor
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Do 22. Jul 2010, 16:48 - Beitrag #7

Problematisch ist, dass die Hautfarbe des Menschen einen äußerst komplizierten Erbgang hat. Die Vererbung hängt zumindest nach meinem fernen Schulwissen von mindestens 3 Genen ab, die jeweils dominant-rezessiv vererbt werden, wobei dunkelhäutig dominant ist.
Der Trick ist die Aufspaltung in der F-2-Generation! So kann der Nachwuchs deutlich dunkler oder heller ausfallen als die Eltern.

Man nehme zwei Eltern vom Genotyp AaBbCc. Sie wären vollkommen dunkelhäutig und vom "reinerbigen" Schwarzen optisch nicht zu unterscheiden.
Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass diese ein Knd aabbcc, also völlig weiß, in die Welt setzen.

Eine Spontan-Mutation ist nicht auszuschließen. Gerade bei Haustieren sind zahlreiche Spontan-Mutationen und Farbspiele, jenseits von Albinismus bekannt, die sich der Mensch zum eigenen Vergnügen nutzbar gemacht hat. Praktisch sind solche Veränderungen auch beim Menschen möglich.

Lykurg
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Do 22. Jul 2010, 17:29 - Beitrag #8

Immerhin sagt der Sun-Artikel ja ziemlich ausdrücklich, daß beide Eltern keine bekannten weißen Vorfahren haben, was AaBbCc ziemlich unwahrscheinlich macht. Spontan-Mutation ist da natürlich was anderes, nicht nur bei Haustieren. Das muß es in menschheitsgeschichtlicher Hinsicht ja auch mehrfach gegeben haben. Allerdings wäre das in diesem Fall rein optisch ein erstaunlich großer Unterschied.

Im Bereich des statistisch extrem Unwahrscheinlichen liegt auch dieser Fall, den ebenfalls unser neuentdecktes Biologieportal vermeldet... Lustiges Fotomotiv, nebenbei.

Maglor
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Do 22. Jul 2010, 18:07 - Beitrag #9

Phänomen: Leuzismus
Es handelt sich um Hellhäutigkeit und Hellhaarigkeit aufgrund einer Pigmentstörung. Anders als beim Albinismus hat das Geschöpf keine roten Augen.

Die Mutation tritt eigentlich recht selten auf, kommt aber trotzdem vor. So z. B. bei Tigern. 1951 wurde in freier Wildbahn ein einzelner weißer Tiger entdeckt. Diese wurde gefangen genommen und für ein dem menschlichen Eigensinn geschuldetem Zuchtprogramm verwendet. Von diesem einem Exemplar stammen alle heutigen weißen Tiger ab!
Es ist ja nicht so, dass solche Mutationen häufig sind, aber sie kommen nun mal vor, auch bei eben so vergleichsweise kleine Populationen wie den Tigern.
Bei entsprechender Linienzucht könnte sich auch ein ganzer Stamm blonder und blauäugiger Negride entstehen. (Ließe sich auch sicher ähnlich gut vermarkten wie die weißen Tiger in Amerika und Europa oder die albinistischen Afrikaner.)

Wichtig ist vielleicht an der Stelle, dass die Unterschiede zwischen "Schwarzen" und "Weißen" keineswegs auf die Farbe beschränkt sind. Es gibt auch eine typische Physiognomie usw. Inwieweit typisch afrikanische oder europäische Gesichtszüge bei dem blonden und blauäugigen nigerianischen Baby vorliegen, müsste erst mal geprüft. Wahrscheinlich werden diese erst im fortgeschrittenen Alter deutlich.

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Do 22. Jul 2010, 23:59 - Beitrag #10

Hmmh, wenn das Kind nur vertauscht wprden wäre, müßten ja zeitnah weiße Eltern von einem schwarzen Kind überrascht werden...

Lykurg
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Fr 23. Jul 2010, 01:44 - Beitrag #11

Bei einer echten wechselseitigen Vertauschung ja. Allerdings könnte man sich auch diverse Möglichkeiten vorstellen, warum es nicht dazu kommt - falsches Reagenzglas für diesen einen Fall; Befruchtung oder gar Einpflanzung mißglückt im anderen, oder was auch immer - aber das ist alles spekulativ. Möglicherweise war es doch Mutation.

Ipsissimus
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Fr 23. Jul 2010, 10:37 - Beitrag #12

durch DNA-Abgleich sollten sich die Verhältnisse, wenn gewünscht, eigentlich klären lassen

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Fr 23. Jul 2010, 10:39 - Beitrag #13

Das könne dann dereinst auch recht subtile Komik auslösen, wenn im zukünftigen sozialen Umfeld des Kindes ähnliche Sprache wie hier üblich ist und es nicht jedem direkt von dem speziellen Effekt bei seiner Entstehung berichtet.

Wird das Kind dann nämlich dereinst als "Du Mutation" beschimpft, könnte es überrascht fragen, woher denn das bekannt sei...

Ipsissimus
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Fr 23. Jul 2010, 14:20 - Beitrag #14

na ja, 009, wir sind alle Nachkommen von Mutationen^^

Maglor
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Fr 23. Jul 2010, 15:26 - Beitrag #15

Nachkommen von Mutanten, um es präzise auszudrücken. :crazy:

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Fr 23. Jul 2010, 19:36 - Beitrag #16

Ich sehe vor meinem geistigen Auge gerade ein paar 'Kids', so mit Hosen, wo das Gesäß bis knapp übers Knie geht, Kappe auf, Ghettoblaster dabei, einer bringt den Mutantenspruch, dann sagt eine 'ey is nich so einfach', packt sein MacBook aus, die hocken sich im Halbkreis, recherchieren im Web und beginenn auf Matrix-Niveau zu diskutieren.
Hmmh, Diplomarbeiten schreiben scheint das Hirn etwas zu vernebeln^^

Maglor
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Mi 4. Jan 2012, 22:29 - Beitrag #17

Eine Geburt Sandra Laing in den 60ern wurde einst zum Politikum. Ihre Eltern waren beide weiße Südafrikaner und Unterstützer des Apartheids-Regime.

Sandra Laing waren jedoch aus unbekannten Gründen irgendwie dunkelhäutig und wurde als Farbige im Sinne des Regimes - d. h. "Mischling" - eingestuft. Der Status der Farbigen blieb auch nach einem Vaterschaftstest erhalten, der bewies, dass ihr weißer Vater auch ihr biologischer Erzeuger war. Die rassistischen Eltern sahen ihre Tochter weiterhin als Weiße, auch wenn sie zunehmend dunkler wurde. Ihr Vater erstritt jedoch jedoch eine Gesetzesänderung, wonach fortan die Abstammung Maßstab für die rassische Einordnung maßgebend war. Sandra wurde daher zumindest rechtlich zur "Weißen"

Die genetische Ursache des Phänomens ist unbekannt.

Maglor
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Di 16. Jun 2015, 17:33 - Beitrag #18

Mal wieder der umgekehrte Fall:
In den USA gibt es derzeit eine Debatte, wie sie nur dort geführt werden kann
.
Rachel Dolezal bezeichnet sich selbst als Afro-Amerikanerin oder Schwarze und engagiert sich in der National Association for the Advancement of Colored People.
Ihre Eltern behaupten jedoch, sie habe lediglich deutsche, tschechische und schwedische Vorfahren und keine afro-amerikanischen. Offenbar hat sich auch hier Aussehen angepasst und die blonden Spaghetti-Haare gegen den Afro-Look getauscht. So ist wenigstens sie über die Gene erhaben.

Die Debatte geht jetzt darüber, ob oder wie irre diese Frau ist. Tatsächlich sollte man sich über überlegen, ob Black and White, insbesondere in den USA, nicht mehr ist als eine besondere Art der Einbildung. Wer zur Community dazu gehört, dazu, egal wie schwarz oder weiß er wirklich ist. Eine scharfe Grenze gibt es schon lange nicht mehr.
Jeder kann mitmachen - auch Barack Obama, der ja auch keine afro-amerikanischen Vorfahren hat. :P

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So 19. Jul 2015, 10:07 - Beitrag #19

eine Debatte, wie sie nur dort geführt werden kann
Och, ich bin mir ziemlich sicher, dass bei einem ähnlichen Anlass die Debatte in Deutschland mittlerweile ähnlich aussehen würde. Nur mit weniger Beiträgen von "echten Schwarzen" und mehr von selbstberufenen Besserwissern.

Die Hauptpunkte der Debatte sind "Identität konstruiert man selbst" gegen "die Diskriminierung gegen Schwarze ist nicht nur auf kulturelle und ökonomische Nachteile (die man sich teilweise selbst "erarbeiten" kann) bezogen, sondern auch auf die physische Hautfarbe". Böse gesagt bestehen ihre Gegner also auf "wir sind aber die benachteiligsten, das darf uns niemand wegnehmen", ihre Befürworter auf "Schwarzsein ist cool, dazu muss jeder das Recht haben". Und beide Extrempositionen zeigen, dass es nicht nur die Bösen Priveligierten Diskriminatoren sind, die Klischees verfestigen und Hass sähen, sondern auch irregeleitete "Pro-Benachteiligte"-Aktivisten...
Ein Kompromiss à la "sie identifiziert sich nicht als Schwarze, aber mit den Schwarzen" wäre wohl zu feinfühlig.

Maglor
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Mo 20. Jul 2015, 18:16 - Beitrag #20

Viele "Afroamerikaner" sind gar nicht maximalpigmentiert, sondern gelten als Angehöriger jener race aufgrund der One-Drop-Rule. Ein einziger Tropfen Blut genügt.
Wenn Alexander Puschkin oder Alexandre Dumas Amerikaner, würden sie sixher auch als echte Neger gelten. :crazy:


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