:: Suizid

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Tar-Minyatur
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Do 6. Dez 2001, 15:48 - Beitrag #1

:: Suizid

Heydiho!

Ich hoffe, das Thema war nicht vor kurzem da und ich habe es nicht gemerkt. ;o)

Am Mittwoch haben wir in Ethik das Thema Selbstmord angeschnitten. Drauf kamen wir durch die Stoiker, denen es ja erlaubt ist, sich umzubringen, wenn es ihnen unmöglich ist, nach ihren Vorstellungen weiterzuleben.

Nun stellt sich die Frage, inwieweit man generell eigentlich die "Erlaubnis" hat, sich selbst das Leben zu nehmen.

Wir mussten die Diskussion leider abbrechen, da die Stunde um war.

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Meiner Meinung nach kommt es darauf an, ob man es mit sich selber ausmachen kann, dass man sein Leid, wegen dem man sich wahrscheinlich umbringt, nur auf andere weiterleitet. Außerdem ist es irgendwie eine feige Lösung seiner Probleme. Weglaufen ist nich unbedingt ein Zeichen von Stärke. Natürlich ist Stärke nicht das Wichtigste, aber: "Wer weggeht, muss auch wiederkommen."

Seraphim
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Do 6. Dez 2001, 16:05 - Beitrag #2

Die meisten selbsmord "Versuche" sind nur lächerliche Hilferufe von benachteiligten Personen die sich eigentlich nicht wirklich Selbst umbringen wollen sondern Unterschwellig Hilfe brauchen. Wer sich selbst Umbringen will schaft das auch demnach ist es egal ob es erlaubt ist oder nicht.

Feige Lösung kann man es eigentlich nicht nennen oder hast du den Mut von mir aus dirn Strik umzulegen und dich am Dachstuhl aufzuhängen?
"Wer weggeht, muss auch wiederkommen."
Ja klar Wiederauferstehung ist ja seit Jesus ziemlich In. ;)

Bärbel
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Do 6. Dez 2001, 16:30 - Beitrag #3

Demjenigen kommt es nie darauf an ob er jetzt darf oder nicht.

Versucht euch doch einfach mal in diese Menschen hineinzuversetzten.

Eine enge Freundin von mir ist Suizidegefärtet. Wenn es der mal so richtig schlecht geh... dann muss man aufpassen... die schneidet sich sonst schon wieder mal ihre Pulsadern auf.:(

Irgendwie habe ich einfach das Gefühl das sind die ärmsten Menschen auf dieser Welt.

wenn man wirklich keinen Sinn mehr im Leben sieht und auch keine Freunde und keine Kollegen und keine Familie mehr hat. Wenn das Leben zur qual wird. Und niemand bereit ist einem zu helfen. niemand an einen denkt...
Dann kann ich diesen Menschen gut verstehen!:(

Thod
Harfner des Erhabenen
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Do 6. Dez 2001, 18:07 - Beitrag #4

ich denke auch, ein großteil der Suizide sind Unfälle, wo jemand eigentlich nur auf sich aufmerksam machen wollte, und dabei versehentlich einen Schritt zu weit gegangen ist.

Natürlich gibt es auch verschiedene andere Motive, z.B. unüberwindbare Schuldgefühle, Angst vor Krankheit und Schmerz, das Gefühl unüberwindbarer Porbleme, Einsamkeit etc. Ich denke, in solchen Fällen hat die Handlung oft etwas damit zu tun, sich vor etwas zu zurückzuziehne, statt sich einem Problem zu stellen. Ich finde eine solche Handlung in diesem Fall moralisch als Zeichen von Schwäche.
Eine letztliche Beurteilung über die Motive, nochdazu wenn man die betreffende Person nicht einmal kennt, ist aber wohl nicht möglich.

Gruß,
Orald

Traitor
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Do 6. Dez 2001, 18:57 - Beitrag #5

Was heißt hier erlaubt? Wie will man es jemand denn verbieten, sich selbst umzubringen? Mit Todesstrafe auf Selbstmord *sarkastisch*

Ernst: Ich denke wie ihr, dass Suizid meist wohl ein Hilferuf sein soll. Das erklärt auch die seltsam hohen raten von Leuten, die es nicht schaffen, sich selbst umzubringen, obwohl sie es angeblich wollen. Einige Selbstmorde geschehen wohl auch als Mutproben wie Ubahnsurfen etc, wirkliche Lebensverzweiflung ist wohl eher selten.
Ich kann solche Menschen eigentlich nicht verstehen, was aber wohl daran liegt, dass ich noch nie eine solche Krise hatte, dass ich darüber nachgedacht habe, ob das Leben Sinn macht. So kann ich es nicht verstehen, dass jemand dies verneint, aber das wird im Lauf der Jahre wohl kommen.

Padreic
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Fr 7. Dez 2001, 14:03 - Beitrag #6

@Traitor
Es gibt einen Unterschied, ob es moralisch oder gesetzlich erlaubt ist. Gesetzlich kann man es schlecht verbieten, doch m. E. ist es ziemlich amoralisch. Wenn man nicht in totaler Isolation ist, beeinflusst der Selbstmord auch immer noch andere Leute negativ, besonders nahe Verwandte und Freunde. In manchen extremen Fällen zieht der Selbstmord sogar noch einen anderen Selbstmord nach sich. Man tut einfach anderen Leuten mit einer solchen Tat sehr viel an.

Ich persönlich kenne das Gefühl, sterben zu wollen. Einmal stand ich an einem Geländer und bekam plötzlich das Gefühl der Todessehnsucht, wohl eines der schrecklichsten Gefühle, die es gibt. Zum Glück konnte ich dieses Gefühl überwinden. Das Gefühl der Sinnlosigkeit habe ich aber nicht zu selten. Aber egal wie dreckig es mir geht, ich behalte immer die Hoffnung, dass ich glücklich werden kann, was dann ja auch bisher immer wieder eingetreten ist. Solange man die Zukunft nicht kennt, ist Selbstmord Schwachsinn.

Padreic

Bärbel
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Fr 7. Dez 2001, 14:37 - Beitrag #7

Klar ist es ziemlich Egoistisch sterben zu wollen. Aber irgendwann sind wir indem fall alle mal egoistisch.:s7:

Wenn sich doch bloss andere nicht so egoistisch verhalten würden und sich wenigstens mal zwischendurch um solche Personen kümmern würden.

Also das Gefühl alleine zu sein und so oder so von niemanem vermisst zu werden.
Das ist das schrecklichste Gefühl das es gibt.
Eine Kollegin ist mal den Tod suchen gegangen und hat immer gesagt "Mich vermisst eh keiner!!" Nun, ich habe ihr immer wieder all die Leute aufgezählt die sie vermissen würden und die auch verdammt traurig wären.

Sie lebt heute noch und geniesst das Leben.


@Padreic

Du solltest es eigentlich wissen das man sich dann nicht fragt wie es anderen geht, wenn man solche Gedanken hat.

Sebastian
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Sa 8. Dez 2001, 08:58 - Beitrag #8

schaut mal hier....lange beitragsfolge aber sehr interessant, Über Selbstmordversuche aufgrund Trennungen ect.

hier gehts zur beitragsfolge

Mit freundliche Grüßen
Sebastian H.

Erdwolf
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So 9. Dez 2001, 16:40 - Beitrag #9

Sicher ist der Großteil der Selbstmordversuche kein Handeln in der Absicht, zu sterben, sondern Aufmerksamkeit zu erlangen, ein Schrei nach Hilfe. Das läßt sich schon daran erkennen, wie bewußt stümperhaft und affektresultierend diese "Selbstmordversuche" durchgefürht werden.

Reden wir also über "richtige" Suizide. Hat ein Mensch das Recht, zu sterben? Ja, natürlich! Wenn es eine Entscheidung ist, die er klaren Verstandes gefällt und wohlüberdacht hat, würde ich dies nicht nur tolerieren, sondern auch unterstützen.
Jeder Mensch hat das Recht, nach Glück zu streben und sein Leben nach seinem eigenen Ermessen zu gestalten. Wenn ein Mensch den einzigen Weg, dies zu erreichen, darin sieht, zu sterben, so hat er das Recht dazu.

Padreic
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So 9. Dez 2001, 18:42 - Beitrag #10

@Bärbel
Das habe ich auch nicht behauptet. Im Normalfall fragt man sich das wirklich in einem solchen Fall nicht.

Übrigens ist es ethisch gesehen kein Grund, egoistisch zu sein, nur weil andere einem gegenüber egoistisch sind (auch wenn es verständlich ist).

@Erdwolf
Mit deiner Argumentation rechtfertigst du die Anarchie. Wenn jeder das tun dürfte, was er wollte, gäbe es keine Gesetze mehr und furchtbares Chaos mit Morden, Vergewaltigungen etc. Willst du das wirklich? Ich denke nicht, dass der Mensch wirklich das Recht hat, nur nach Glück zu streben. Wir sind alle Teil einer Gemeinschaft, deren Rechte wir berücksichtigen müssen.

Padreic

Erdwolf
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So 9. Dez 2001, 19:00 - Beitrag #11

@Padreic:
Wie bitte?!?!?
Ich habe ja wohl nie behauptet, das man es erlauben sollte, MEnsche umzubringen / zu vergewaltigen. Hier werden die Rechte ANDERER verletzt. Wo bitte verletzt man die Rachte anderer, wenn man sich selber tötet?!
Das mit der Anarchie ist totaler Blödsinn. In einem Rechtsstaat hat man - wie der Name schon sagt - Rechte, die nicht beschnitten werden dürfen, sofern sie nicht die Rechte anderer verletzten. Dazu gehören auch die von mir genannten!

Traitor
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So 9. Dez 2001, 19:45 - Beitrag #12

Von wegen Rechte habe ich dich verstanden. Aber:
Wenn es eine Entscheidung ist, die er klaren Verstandes gefällt und wohlüberdacht hat, würde ich dies nicht nur tolerieren, sondern auch unterstützen.

Unterstützen? Nur weil jemand etwas sich gut überlegt hat, muss man es doch nicht unterstützen! Man kann immer noch versuchen ihn davon abzubringen.

Erdwolf
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So 9. Dez 2001, 20:18 - Beitrag #13

Warum sollte ich versuchen, ihn davon abbringen?

Nur weil ich eine Sache für mich selbst nicht gut finde, muß das doch nicht heißen, daß ich es jedem anderen ausreden will.

Traitor
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So 9. Dez 2001, 21:22 - Beitrag #14

ICh glaube nicht, dass du es gut fändest, wenn sich irgendjemand umbringt. Auch wenn man dann der Meinung ist dass man diese Entscheidung respektieren müsste, kann man doch immer noch versuchen, ihn sachlich davon abzubringen.

Erdwolf
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So 9. Dez 2001, 22:15 - Beitrag #15

Wenn ich der Meinung wäre, daß das das Beste für diesen Menschen ist, dann fände ich das gut.

Ist dem nicht so, würde ich natürlich mit ihm darüber reden. Ist seine Entscheidung tatsächlich die richtige, wäre es ja wohl kein Problem für ihn, mich davon zu überzeugen.

das_Makro
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So 9. Dez 2001, 23:23 - Beitrag #16

@Erdwolf

Wie würde den Deine Unterstützung aussehen. Aktiv, mit dem Seil, der Spritze oder der Pistole in der Hand oder eher passiv durch Unterlassung?
Könntest Du es mit deinem Gewissen vereinbaren in irgendeiner Weise am Tod eines Menschen beteildigt zu sein?



Makro

Erdwolf
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So 9. Dez 2001, 23:47 - Beitrag #17

Das hängt natürlich stark von der Situation ab. Ob ich einen anderen Menschen aktiv töten würde, weiß ich nicht.
Wenn er mich aber darum bitten würde, ihm anderweitig dabei zu helfen oder ihm einfach nur beizustehen, dann würde ich das sicher tun.

SoF
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Mo 10. Dez 2001, 00:19 - Beitrag #18

Suizid ist ein sehr großes und breites Thema. Es gibt die verschiedensten Gründe, sich selbst umzubringen, wie z.B. durch vermeintlich unüberwindbare private Probleme, aber auch durch Zwang, z.B. von einer Sekte. Dass andere ist wie man sich umbringt. Durch Tabletten, Pulsadern aufschneiden, Giftspritze, aus dem Fenster springen, ... . Es gibt da eine riesige Palette. Meist kann man ja an der Art des Selbstmordes/Selbstmordversuches sehen, wie weit der Betroffene gehen wollte/will. Dann gibt es wieder die, die keinen Grund haben sich umzubringen, aber aus einer religiösen Anschauungen trotzdem dies tun, wie z.B. die Anschläge am 11. September 2001 oder jetzt auch die Situation in Israel. Die haben als Ziel so viel andere, feindliche Menschen bei ihrem Selbstmord mit in den Tod zu reissen. Je mehr sie in den Tod mitnehmen, desto angesehener sind sie und desto mehr werden sie gefeiert. Die steigen ja d afast zu einem Gott auf. Diese Selbstmordattentäter bekommen eingeredet, dass sie durch diese Tat in das Paradies kommen, und können eigentlich kaum was dafür, da sie unter so einer Beeinflussung stehen, dass sie sich nicht gegen diesen Wunschgedanken wehren können.

Traitor
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Mo 10. Dez 2001, 16:03 - Beitrag #19

@SOF:
Ich denke Selbstmordattentäter sind eine völlig andere Thematik, mit Selbstmord haben sie recht wenig zu tun, eher mit (krankhaft übersteigerter) Aufopferung.

@Erdwolf:
Wenn ich der Meinung wäre, daß das das Beste für diesen Menschen ist, dann fände ich das gut.

Ist dem nicht so, würde ich natürlich mit ihm darüber reden. Ist seine Entscheidung tatsächlich die richtige, wäre es ja wohl kein Problem für ihn, mich davon zu überzeugen.

Genau das meinte ich. Ich denke es wird wohl kaum einen Fall geben, in dem man jemandem zustimmen kann, dass Selbstmord das beste für ihn wäre.

Padreic
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Mo 10. Dez 2001, 19:44 - Beitrag #20

@Erdwolf
Jeder Mensch hat das Recht, nach Glück zu streben und sein Leben nach seinem eigenen Ermessen zu gestalten.

Wenn dies so wäre, hätten wir eine Anarchie. Selbst wenn du hinzufügst, dass man dies nur tun kann, wenn man nicht die Rechte anderer verletzt, ist es zweifelhaft, damit den Selbstmord zu rechtfertigen. Stell dir mal vor, du hättest selbst Kinder und eines dieser würde Selbstmord begehen. Mit einem Selbstmord kann man tiefstes Leid über andere Menschen bringen.

Padreic

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